Der deutsche Autobauer Opel schaffte es mit der lebenslangen Garantie als neues Angebot auf sich aufmerksam zu machen. Doch was zu Beginn von Seiten des Herstellers als Innovation gefeiert wurde, kommt bei den Kunden weniger gut an als zunächst erwartet wurde. Obwohl die meisten Deutschen das Angebot des Herstellers kennen, ist die Skepsis groß. Im Rahmen einer Umfrage der GMK Markenberatung wurde bekannt, dass zwar 58 Prozent der deutschen Autokäufer die lebenslange Garantie kennen, sie jedoch nur von rund 20 Prozent als glaubwürdig eingeschätzt wird.
Gut ein Drittel der insgesamt 1000 Befragten äußerten sich neutral gegenüber dem Thema. Insgesamt 44 Prozent halten die lebenslange Garantie der Rüsselsheimer für unglaubwürdig. Bereits vor wenigen Monaten verwies die Wettbewerbszentrale darauf, dass Opel mit der lebenslangen Garantie falsche Erwartungen auf Seiten der Autokäufer weckt. Dass sich hinter dem Garantieversprechen weniger verbirgt als die Werbeslogans vermuten lassen, zeigt sich meist ausschließlich beim Blick auf die Details.
In den vergangenen Tagen machte der deutsche Autobauer Opel mit mehreren Meldungen auf sich aufmerksam. So wird im Bochumer Werk erneut ein Abfindungsprogramm gestartet, das dem Personalabbau dient. Zugleich gab der Mutterkonzern General Motors bekannt, dass man für den Börsengang auf der Suche nach einem Ankerinvestor ist. Die überraschendste Meldung bezieht sich jedoch auf die lebenslange Garantie von Opel, die bereits seit Wochen in den Schlagzeilen zu finden ist.
So droht Opel aufgrund des Garantieangebotes scheinbar eine Klage durch die Zentrale zur Bekämpfung unlauteren Wettbewerbes. Dabei ist die Frist, die durch die Zentrale gesetzt wurde, gering. Innerhalb von wenigen Tagen soll Opel das Angebot vom Markt nehmen. Grund für die Drohung sei die Gestaltung der lebenslangen Garantie. Sie gilt für Kunden immerhin nur bis zu 160.000 km. Zudem müssen Verbraucher mit höheren Reparaturkosten rechnen. Bereits bei 100.000 km müssen sie 60 Prozent der Materialkosten übernehmen. Die Zentrale erklärte gegenüber den Medien, dass derzeit vor allem die irreführende Werbung beanstandet wird.
Der deutsche Autobauer Opel machte in den vergangenen Tagen mit der lebenslangen Garantie für Neuwagen auf sich aufmerksam. Doch was bietet das Angebot wirklich und an welche Bedingungen ist die Garantie geknüpft?
Experten erklärten in den vergangenen Tagen, dass es sich bei einer Garantie immer um eine freiwillige Leistung handelt. Demnach zählen nicht alle erdenklichen Schäden auch zu den Garantieleistungen. Verbraucher sollten aus diesem Grund auch beim Garantieangebot von Opel vor allem auf das Kleingedruckte achten. Das Limit der Garantieleistungen liegt beim deutschen Autobauer bei 160.000 km. Kunden müssen vor allem auf weitere Kosten achten. So berechnet Opel in Verbindung mit dem Angebot eine Aktivierungsgebühr von 11,90 Euro pro Jahr. Bis zu einer Laufleistung von 50.000 km oder zwei Jahren kann sich das Garantieangebot durchsetzen. Im Anschluss müssen sich Opel Kunden jedoch an den Materialkosten beteiligen. Beim Verkauf ist die Garantie nur dann übertragbar, wenn dies innerhalb der ersten sechs Jahre geschieht. Zudem darf der Tachostand 100.000 km noch nicht überschritten haben. Wird die Garantie übertragen, wird eine jährliche Gebühr von 150 Euro fällig.